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Die Bezeichnung “Wanderforelle” wäre nicht richtig für mein Fischrezept, denn es wird nur mit Seefisch zubereitet. Im hohen Norden wird der Kabeljau zur Haltbarmachung auch heute noch an der Luft getrocknet und dann als Klippfisch verkauft. Vor 50 Jahren wurden die Geschäfte im Landesinneren noch nicht so wie heute mit Frischfisch versorgt, also war der wie ein Stock harte und getrocknete “ Stockfisch “ die fast einzige Möglichkeit Seefisch auf den Tisch zu bringen. Man hat den harten Fisch vom Schmied auf dem Amboss weich klopfen lassen, dann hat man ihn in Regen.- oder Flusswasser eingelegt, um ihn anschliessend mit einer Lauge aus Holzasche nochmal einzuweichen. Nach 3-4 Tagen in der Lauge wurde der Fisch nochmal 2 Tage lang im Fluss- oder Regenwasser gewässert. Auch verwendete man Soda damit der Fisch seine helle Farbe behalten hat. Dieses musste natürlich auch gründlich ausgespült werden. Was nach diesen “ Spülvorgängen “ übrig geblieben ist, hatte mit Fisch wie wir ihn heute kennen nichts mehr zu tun. Der Geruch des Stockfisches, der in Stücke zerschnitten zubereitet wurde muss höllisch gewesen sein und ziemlich unappetitlich. In heutiger Zeit gibt es noch Lokale und auch Familien, die noch Stockfisch essen, den man aber vom Fischhändler schon vorgewässert kaufen kann. Am Karfreitag wird in Bayern noch sehr oft Stockfisch gegessen. Weil der Fisch nicht mehr viele Nährstoffe hatte und auch lange wie ein Stein unverdaulich im Magen liegengeblieben ist, hat man für die Zubereitung des Essens wohlschmeckende Beilagen zusammengestellt. Wir verwenden selbstverständlich frischen Seefisch wie Kabeljau oder Köhler, oder Seelachs oder Rotbarsch und machen nur die Zubereitung desselben so, als hätten wir einen Stockfisch vor uns. Man benötigt pro Person ca. 250 Gramm frischen Fisch, eine grössere Zwiebel, ca, 1 1/2 trockene Semmel vom Vortag und 2-3 Scheiben durchwachsenen geräucherten Bauchspeck. Man lässt den Fisch in einem leicht gesalzenen Sud langsam gar ziehen, dem man in einem Mullbeutel oder in einem Tee- Ei eine fertige Gewürzmischung für Sauerbraten ( zum einlegen) beigefügt hat. Die Semmel schneidet man in 1/2 cm dicke Scheiben und bräunt diese auf beiden Seiten in einer Pfanne in etwas Butter hellbraun. Der Bauchspeck wird in kleinen Würfel geschnitten und zusammen mit der kleinwürfelig geschnittenen Zwiebel in der Pfanne in der vorher die Semmel geröstet wurde solange angebraten, bis die Zwiebelstückchen braun sind. Dann legt man den Boden einer Schüssel mit Semmelscheiben aus, legt darauf ein paar Stücke von dem Fisch, überstreut diesen mit der Speck- Zwiebelmischung und wenig schwarzem Pfeffer. Darüber kommt dann wieder eine Schicht Semmelscheiben, dann wieder Fisch, dann Speck- Zwiebelmischung, Pfeffer und wieder Semmelscheiben. Das macht man so lange, bis der Fisch aufgebraucht ist. Als abschliessende Schicht obenauf liegen Semmelscheiben. Man übergiesst die oberen Semmelscheiben mit einigen Esslöffeln voll heissem Fischsud und bringt die Schüssel zu Tisch. Als Beilage kann man Salzkartoffeln essen......., oder kleinen Kartoffeln aus dem Glas, die nur noch heiß gemacht werden müssen. Mit einem Vorlegelöffel sticht man in der Schüssel von oben nach unten durch die vielen Schichten und häuft sich davon auf den Teller. Guten Appetit !
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